Obergimpern

Für Obergimpern wurde leider noch kein Gedenkstein erstellt.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich an der Realisation beteiligen könnten und unser Projekt somit bald vollständig umgesetzt wäre. Nähere Informationen dazu finden Sie beim Menüpunkt „Gedenksteinprojekt “.

Geschichtsabriss:

Seit Ende des 16.Jahrhunderts beherbergt Obergimpern zeitweilig wenige jüdische Familien. Erstmals werden Juden 1588/1589 genannt. Nach deren Ausweisung durch den kurpfälzischen Grafen siedelten sich etwa 100 Jahre später erneut Juden hier an. Im Dachgeschoss eines von einer jüdischen Familie bewohnten Hauses hatte man einen Betraum eingerichtet, 1805 wurde ein neues Synagogengebäude, ein Fachwerkbau, in der Grombacher Straße errichtet. Über die Finanzierung der Baukosten war es zu einem Streit mit den Juden aus Untergimpern gekommen, die bis dahin die Synagoge in Obergimpern besucht hatten. Eine Mikwe befand sich zunächst im Kellerraum eines Privathauses, ehe diese dann der Synagoge angeschlossen wurde. Die jüdischen Kinder am Ort besuchten teilweise die evangelische, teilweise die katholische Ortsschule; nur Religionsunterricht wurde durch jüdische Lehrer erteilt. Als Begräbnisstätten dienten den Obergimperner Juden die Friedhöfe in Waibstadt und in Heinsheim.1827 wurde Obergimpern dem Rabbinatsbezirk Sinsheim zugeteilt. Im Zusammenhang der bürgerlichen Gleichstellung der Juden Badens kam es in Obergimpern 1830 und 1832 zu Ausschreitungen. Nach 1850 wanderten in Obergimpern jüdische Familien vermehrt ab.

Zu Beginn der NS-Zeit hielten sich nur noch sehr wenige jüdische Familien im Ort auf. Das Synagogengebäude war bereits vor dem Novemberpogrom von 1938 an die katholische Pfarrgemeinde verkauft worden; deshalb blieb es auch vor Zerstörung verschont (nach 1945 abgebrochen). Die letzten jüdischen Einwohner wurden Ende Oktober 1940 nach Gurs deportiert. Nachweislich sind vier gebürtige jüdische Bewohner Obergimperns Opfer der Shoa geworden.

Literatur

Angerbauer, W. / Frank, H. G.: Jüdische Gemeinden in Kreis und Stadt Heilbronn. Geschichte - Schicksale - Dokumente, in: Schriftenreihe des Landkreises Heilbronn, Hrg. Landkreis Heilbronn, 1986, S. 182 - 186

Hahn, J. / Krüger, J.: “Hier ist nichts anderes als Gottes Haus ...” Synagogen in Baden-Württemberg, Teilband 2: Orte und Einrichtungen, Stuttgart 2007, S. 35 – 37

Hahn, Joachim: Erinnerungen und Zeugnisse jüdischer Geschichte in Baden-Württemberg, Stuttgart 1988, S. 220/221

Hundsnurscher, F. / Taddey, G.: Die jüdischen Gemeinden in Baden. Denkmale, Geschichte, Schicksale, in: Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, Band 19, Stuttgart 1968, S. 219/220

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