Hene, Flora

Eichstetten, Hauptstr. 22, dann Altweg 6-8
Geburtsdatum: 10.03.1898
Geburtsort: Ihringen / Breisach
Eltern:
Ehepartner: Sigmund Hene (geb. 1894 in Hassloch)
Kinder: Wiltrude (geb.1927), Karl (geb.1929), Vera (geb.1931), Sonja (geb.1932),Harry (geb.1934)
Quelle: http://www.eichstetten.de/ortsinfo/geschichte/stolpersteine/stolpersteine.htm
Sterbedatum / Ort: 28.8.1942, Auschwitz
Weiteres Schicksal: Flora Hene (geb. Judas), welche 1898 in Ihringen geboren wurde, war mit dem Textilkaufmann Sigmund Hene (geb. 1894 in Hassloch) verheiratet. Das Ehepaar hatte 5 Kinder. Kinder: -Wiltrude (geb.1927) -Karl (geb.1929) -Vera (geb.1931) -Sonja (geb.1932) -Harry (geb.1934) Seit Mai 1936 lebte Flora Hene, mit ihren Kindern in Eichstetten, Hauptstr.14. und ab 1939 in der Hauptstr.22.Bereits 1935 wurde Sigmund Hene denunziert, verhaftet und ins KZ Dachau verbracht. In Existenznöte getrieben, fanden Flora Hene und ihre Kinder durch die Unterstützung des Bruders Gustav Judas in Eichstetten wieder eine Heimat. Gustav Judas nahm anfangs auch die Tochter Wiltrude in seiner Familie in Freiburg auf, um dem Kind den Schulbesuch in der jüdischen Zwangsschule in Freiburg zu ermöglichen. Sigmund Hene, aus dem KZ Dachau zurück in Eichstetten, versuchte 1938 nach Frankreich zu gelangen. Die Flucht misslang, er wurde festgenommen und in das KZ Buchenwald deportiert, wo er am 16.9.1942 ermordet wurde. Flora Hene, die an keine Zukunft in Deutschland mehr glaubte, bemühte sich, ihre Kinder in Sicherheit zu bringen 1939 gab die Familie das Haus in der Hauptstr.14 auf und zog in 2 freie Zimmer im Haus Hauptstr.22. Im Oktober 1940 wurden alle verbliebenen Eichstetter Bürger jüdischen Glaubens in dem Anwesen Altweg 6-8 untergebracht. Die Rückkehr in ihre Wohnungen wurde ihnen untersagt. Am 22.10.1940 wurden Flora, Wiltrude und Harry Hene zusammen mit den anderen jüdischen Mitbürgern nach Freiburg und von dort in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert. Dort versuchten Hilfsorganisationen, Kinder aus dem Lager heraus zu holen, um sie in Sicherheit zu bringen. Auf diese Weise gelangte die 14-jährige Wiltrude in die Cevennen, der 7-jährige Harry in die Nähe von Limoges, wo beide mit viel Glück den Krieg überstanden. In Gurs stellte Flora Hene einen Antrag auf Verlegung in das Lager Noé, wo ihre 20 Jahre ältere Schwester inhaftiert war. Als 1942 von dort Transporte nach Polen zusammengestellt wurden, angeblich zu Arbeitseinsätzen, nahm Flora den Platz ihrer Schwester ein, in der Annahme, als 44-Jährige die körperliche Anstrengung eher überstehen zu können. Die Transporte gingen nach Auschwitz, wo Flora Hene am 28.8.1942 ermordet wurde. Die Ausreisebewilligung in die USA hat Flora Hene nicht mehr rechtzeitig erreicht. Die Schwester hat im Lager Noé überlebt. 1942 wurde die 8-jährige Sonja Hene aus der Schule heraus abgeführt, über das Sammellager Drancy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. 3 Monate später ereilte die Gastfamilie Silberschmidt das gleiche Schicksal. Ursula Kügele, Stand Nov. 2006

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