Bloch, Gustav

Eichstetten, Hauptstraße 21
Geburtsdatum: 02.07.1878
Geburtsort: Eichstetten / Emmendingen
Eltern: Maier Hirsch Bloch und Theresia Guggenheimer
Ehepartner: Mathilde Bloch (geb. Lehmann) aus Offenburg
Kinder: Maier Max und Hermann
Quelle: http://www.eichstetten.de/ortsinfo/geschichte/stolpersteine/stolpersteine.htm
Sterbedatum / Ort: für tot erklärt
Weiteres Schicksal: Gustav: geb. am 2.7.1878 Mathilde, geb. Lehmann aus Offenburg, geb. am 13.02.1876 Kinder: Margarethe 18.9.1908 Maier Max 7.9.1909 Hermann 13.5.1911 Ludwig 30.1.1916 Gustav Bloch war ein gebürtiger Eichstetter. Er war wie die meisten jüdischen Eichstetter Viehhändler. Sein Großvater Samuel Bloch war im 19. Jahrhundert Kantor der jüdischen Gemeinde. Gustav Blochs Eltern Maier Hirsch Bloch und Theresia Guggenheimer hatten vor Gustav Bloch bereits vier Kinder, die aber alle vor ihrem vierten Geburtstag gestorben sind. Gustav Bloch übernahm später das Viehhandelsgeschäft seines Vaters. Er „ging übers Land“, also kaufte und verkaufte Vieh im näheren Umkreis. (Großer Markt in der Nähe von Ulm) Seine Frau Mathilde war eine geborene Lehmann und kam aus Offenburg nach Eichstetten. Kindheit in Eichstetten: (erzählt von Gustav Bloch) Gustav Bloch ging in einen christlichen Kindergarten und hatte hauptsächlich christliche Freunde. Es gab in den 1920er-Jahren nur noch wenige Kinder in der jüdischen Gemeinde. Er berichtete davon, dass er wie die christlichen Kinder am Heiligabend in der Kirche Geschenke bekam und er erzählte vom jüdischen Religionsunterricht beim Kantor Leopold Mirwis. Ludwig Bloch erwähnte auch, dass sein Vater sich mit den anderen jüdischen Männern am Schabbes im Gasthaus Rössle getroffen hat. Die älteste Tochter Margarethe ging schon in den 1920er-Jahren nach Paris und machte dort eine Schneiderlehre. Ludwig Bloch, (auch Lubbele) machte in Emmendingen eine Bäckerlehre und danach eine landwirtschaftliche Ausbildung in Vorbereitung auf die Auswanderung nach Palästina. Er wanderte dann bereits in der Mitte der 1930er-Jahre aus und lebte in Palästina. Die beiden anderen Brüder Maier Max und Hermann Bloch arbeiteten im Viehhandel ihres Vaters mit. Im März 1937 musste Gustav Bloch aufgrund der Verfolgung im Dritten Reich sein Geschäft aufgeben. Wie die anderen jüdischen Familien in Eichstetten versuchten sich die Blochs irgendwie über Wasser zu halten. Alle, bis auf Ludwig Bloch, sahen sich im Konzentrationslager Gurs wieder. Gustav und Mathilde Bloch wurden am 22. Oktober 1940 aus Eichstetten deportiert, Maier Max aus Freiburg, Hermann Bloch und auch die Schwester Margarethe wurden vermutlich von Paris aus nach Gurs deportiert. Margarethe Bloch bekam im Lager Gurs ein Kind. Sie schaffte es aus Gurs herauszukommen und später mit ihrem Sohn nach Kanada zu emigrieren. Mathilde Bloch starb zwei Monate nach ihrer Deportation in Gurs, also im Dezember 1940. Mathilde Bloch wurde 64 Jahre alt. Ihr Grab ist auf dem Friedhof des Konzentrationslagers Gurs. Die Berichte von Gurs sind bekannt: Hunger, Krankheiten und der Verlust der Heimat brachten in diesem ersten Herbst in Gurs mit Mathilde Bloch mehr als 1000 Menschen um, an manchen Tagen wurden 25 Menschen zu Grabe getragen.. Von Gustav Bloch und seinen beiden Söhnen Maier Max und Hermann gibt es keine Grabstelle. Sie wurden am 10. August 1942 von Gurs über Paris nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. (Christina Weiblen, Freiburg) Karl Hauser: Eltern: Salomon Hauser (geb.1845) Karoline Hauser, (früher Weil, geb. 1849 -Wohnten in Eichstetten. -Hatten 4 Kinder, (das erste tot geboren) Karl Hauser:, geb. am 23.2.1881 Geschwister: Herrmann Hauser, geb.1883, er starb 1913 im Alter von 31 Jahren. Rosa Hauser, geb. am 21.5.1888 Als die Ehefrau und Mutter Karoline Hauser im Jahr 1922 starb, wohnten der 77-jährige Vater mit Sohn Karl und Tochter Rosa mit großer Wahrscheinlichkeit im Altweg 23 zur Miete, dort wo sie auch bei der Wohnraumerfassung im Juni 1936 registriert wurden. Da der Vater, 90-jährig, bereits im Januar 1936 verstarb, sind in der Statistik nur noch die Geschwister Karl und Rosa aufgeführt. Das Geschwisterpaar wurde am 22.Oktober 1940 von Eichstetten aus nach Gurs deportiert, von dort 1942 über Drancy nach Auschwitz transportiert und dort ermordet. Karl und Rosa Hauser sind zwischen 1937 und 1939 noch in das Haus Mühlenstraße 16 umgezogen, welches Mathilde Rotschild gehörte. Sie wanderte zu ihrem Sohn in die USA aus. Das Haus wurde über einen Verpfründungsvertrag an Karl und Rosa Hauser verliehen. Als im Januar 1939 die Mitbewohnerin Johanna Dreifuss nach Karlsruhe gezogen war, und im November 1939 der bereits 77-jährigen Mathilde Rothschild die Auswanderung geglückt war, könnten Karl und Rosa Hauser das unbewohnte Haus übernommen haben. Wenige Monate später erfolgte die überraschende Deportation nach Gurs. Da die Geschwister Hauser den größten Teil ihres Lebens im Haus Altweg 23 verbrachten, wurden hier zum Gedenken an sie die Gedenksteine verlegt. Ursula Kügele, Stand Juli 2008

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